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Digital Festival: Veranstaltung zu den SoberGuides

Ohne „digital“ geht nichts mehr, das wissen auch wir. Deshalb machen wir dieses Jahr wieder beim Digital-Festival des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit. Unser SoberGuide Franky ist der Host unserer Veranstaltung im Rahmen des Festivals am 07.05. von 15 bis 16 Uhr. Er zeigt Euch die vielschichtigen digitalen Hilfsangebote der SoberGuides. Dazu gehören zum Beispiel die Sprechstunden für Betroffene und Angehörige und auch unser Podcast „SoberRadio“.

Hier geht’s zur Anmeldung und hier gibt es weitere Infos zum Festival.

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Leichte Sprache

Einfach loslassen

Ein Beitrag in Leichter Sprache

Sie wollen etwas verändern?

Sie wollen mit etwas aufhören? Was Ihnen nicht gut tut?

Für dieses Ziel gibt es viele Wege.

Zum Beispiel:

  • etwas vornehmen
  • gelassener im Alltag sein

Probieren Sie es aus!

Was passt zu Ihnen?

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Über Menschen mit Essstörungen

Adipositas gilt seit 2020 als anerkannte Krankheit, BingeEating wird schon seit über 20 Jahren als eigenständige Diagnose aufgeführt. Essstörungen können zu erheblichen gesundheitlichen Schäden beitragen und sowohl Magersucht, durch die absolute Verweigerung des Essens, als auch Adipositas, durch übermäßiges Essen, zum Tode führen.

Wie jede andere Sucht auch, hat auch das unkontrollierte oder zwanghafte Essen seine ganz individuellen Gründe.
Die folgende Dokumentation von arte mit dem Titel „Dick, dicker, fettes Geld“ soll zu Diskussionen und Gesprächen über die Thematik anregen.

Vielleicht können wir so gemeinsam die Frage beantworten, was es braucht, um den Druck nach Essen ohne Hunger zu minimieren.

Ich freue mich über Eure Beiträge und Nachrichten!

Eure Kerstin

SoberGuide für:
Angehörige, Essstörung
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Einfach loslassen

Veränderung tut gut, um sich von Routinen und Verhaltensweisen zu verabschieden, die Ihnen nicht guttun. Wie Sie das erreichen, kann unterschiedlich sein. Sie können sich einen guten Vorsatz vornehmen oder grundsätzlich mehr Gelassenheit in Ihr Leben bringen. Probieren Sie aus, welcher Weg zu Ihnen passt.

Für sich Sorgen

Bewusst machen, was belastet

Bevor Sie etwas ändern, formulieren Sie was Sie im Alltag stark belastet. Das kann zu viel Stress bei der Arbeit sein, schlechte Ernährung, zu wenig Bewegung oder zu viel Medienkonsum. Oder aber allgemeine Probleme, wie aufreibende Beziehungen, finanzielle Sorgen oder negative Gefühle bestimmten Menschen gegenüber.

Verbesserung ist noch besser! Diese Anregungen können Ihnen helfen, Vorsätze umzusetzen und Ziele zu realisieren.

Ein Vorsatz reich: überfordern Sie sich nicht. Konzentrieren Sie sich nur auf ein Ziel, zum Beispiel mehr Bewegung. Kleine Etappen zu formulieren hilft. Sie sorgen für Erfolgsmomente.

Vorab informieren: nicht nur das Ziel sollte klar sein, auch der Weg dorthin. Kleine greifbare Ziele, kurz aber auch langfristig setzen. Sie können beispielsweise regelmäßig Sport treiben? – Welche Vereine gibt es in der Nähe, was bieten die Guttempler und SoberGuides an, was lässt sich im Park oder in der näheren Umgebung umsetzen? Schreiben Sie ihr Vorgehen auf und notieren Sie, was Sie erreichen wollen.

Vorteile erkennen: schreiben Sie auf, was Sie davon haben, wenn Sie Ihr Ziel verfolgen. Mehr Bewegung bedeutet zum Beispiel, sich wohler und fitter zu fühlen, abzunehmen und gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Routine etablieren: der gute Vorsatz muss zur Routine werden. Führen Sie Ihn regelmäßig aus, am besten täglich mit kleinen Ritualen und Achtsamkeitsübungen. Markieren Sie in einen übersichtlichen Jahreskalender jeden Tag mit Smiley oder Ähnlichen, an dem Se etwas für Ihren Vorsatz getan haben, oder überlegen sich ein neues, ein anderes Ritual, das Ihnen Ihre Erfolge vor Augen führt.

Belohnen: gönnen Sie sich nach einem Zwischenziel eine Belohnung, das motiviert Sie – kein Alkohol oder Nikotin – eher eine gesunde Freizeitgestaltung mit Eis oder Tee.

Weitererzählen: sagen Sie der Familie, Freunde, Kollegen und Bekannten, was Sie vorhaben. Die motivieren Sie, und das wiederum treibst Sie an, es zu schaffen.

Gemeinsam ist besser: es ist leichter, ein Ziel in der Gruppe umzusetzen. Sie spornen sich gegenseitig an und fühlen sich verpflichtet, Termine einzuhalten.

Dranbleiben! Misserfolge gehören dazu, begraben Sie deshalb nicht sofort Ihren Vorsatz. Kommt Misserfolg häufiger vor, müssen Sie vielleicht was an der Methode ändern. Eine Gewohnheit zu durchbrechen, ist kein einfacher Weg. Wir wachsen mit neuen Herausforderungen. Tue gutes und rede drüber, wir sind für Euch da.

Viel Erfolg, eure Katrin.

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Alkohol, Angehörige
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„Du selbst zu sein, in einer Welt, die dich ständig anders haben will.“
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Kerstin über Ess-Störungen

Was genau ist eigentlich eine Essstörung?

Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen, durch die der Umgang mit dem Essen und das Verhalten zum eigenen Körper gestört sind. Es gibt vier große Hauptkategorien von Essstörungen. Es gibt aber auch noch einige mehr.

  1. Adipositas – krankhafte Fettsucht (ab einem bestimmten Body-Maß-Index (BMI = Körpergewicht in Relation zur Körpergröße)). Spannend hierbei, dass dieser BMI mehr oder weniger willkürlich von einer US-amerikanischen Lebensversicherung eingeführt wurde, um zusätzliche Risiken durch Übergewicht zu erfassen. Adipositas ist seit 2020 eine anerkannte Krankheit.
  2. Magersucht (Anorexia nervosa) – ist eine schwere Störung des Essverhaltens. Charakteristisch ist eine permanente Angst, Gewicht zuzunehmen. Die Betroffenen sind extrem dünn und Untergewichtig. Die Körperwahrnehmung ist derart gestört, dass sich diese extrem dünnen Menschen als dick wahrnehmen.
  3. Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) – Charakteristisch für diese Form der Essstörung ist, dass die Betroffenen ein unkontrolliertes Verlangen nach Essen haben und anschließend das Essen wieder erbrechen. Zu dem Krankheitsbild gehört auch ein Missbrauch von Abführmitteln, um
    das Gewicht zu reduzieren. Oft aber auch ein übersteigertes, exzessives Verlangen nach körperlicher Bewegung, um Gewichtzunahme zu verhindern. Die Bezeichnung „nervosa“ deutet auf die psychische Komponente hin.
  4. Binge-Eating-Störung – hier handelt es sich um immer wiederkehrende, unkontrollierte Essanfälle bis hin zur Schmerzgrenze, wo innerhalb kurzer Zeit exzessiv übermäßige Nahrungsmengen zu sich genommen werden. Auch das typische „Grasen“ ist ein Symptom. Dies bedeutet, dass der Betroffene den ganzen Tag am Essen ist und nicht nur zu den (Haupt)Mahlzeiten. BES Wird erst seit einigen Jahren als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt.

Wirft man einen Blick auf Statistiken, dann ist zu erkennen, dass die Anzahl der an Magersucht erkrankten Personen in den letzten 10 Jahren um 30% gestiegen ist. Hier klicken, um zur entsprechenden Statistik zu gelangen.

Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen sind laut RKI (Robert-Koch-Institut) übergewichtig, ein Viertel der Erwachsenen Personen in Deutschland leidet unter Adipositas, das sind über 20 Millionen Menschen. Hier klicken, um zur entsprechenden Statistik zu gelangen.

Meine eigene Erfahrung?

Das Thema rund um Essstörungen ist stark schambehaftet. Zum einen ist es beschämend, wenn man in die Stühle im Café nicht reinpasst oder, wenn man sich hineinzwängen konnte, beim Aufstehen aber drin hängen bleibt. Ebenso beschämend ist es, wenn die Stewardess im Flugzeug eine Gurtverlängerung holen muss. Oder wenn im Jeansladen die Verkäuferin mit einem geringschätzenden Blick verkündet, dass es in meiner Größe hier wohl nichts für mich geben wird. Denn die landläufige Meinung lautet, dass dicke Menschen einfach nur disziplinlos sind.

„Friss doch einfach weniger, dann haste auch keine Probleme!“

Die Gründe für eine Essstörung sind jedoch vielfältig, vielschichtig und individuell sehr unterschiedlich. Da könnte der geringe Selbstwert eine Rolle spielen, ebenso wie Perfektionismus, Leistungsansprüche, Kontrollbedürfnis, eine geringe Konfliktfähigkeit und auch traumatische Erlebnisse wie Misshandlungen oder Missbräuche.

Behandlungsmöglichkeiten gibt es viele. Oftmals wird bei der Adipositas am Ende durch operative Eingriffe (ab einem bestimmten BMI) eine Magenverkleinerung vorgenommen.

Meine persönliche Meinung?

Bei der Essstörung wird das Essen als Ersatz genommen. Genau wie bei jeder anderen Sucht gibt es einen Druck. Der oder die Betroffene hat das Gefühl den Druck nicht aushalten zu können. Dann „springt die Sucht ein“. Das Suchtmittel lenkt ab, betäubt, verschafft einen Zeitaufschub. Das gilt meiner Meinung nach genauso für substanzlose Süchte wie Internetsucht, Kaufsucht, Arbeitssucht, Spielesucht, Sexsucht oder Pornosucht …. .
Über einen (meistens) sehr langen Zeitraum haben wir uns diese Verhaltensweisen antrainiert. Da kommt der Brief vom Finanzamt, löst ungute Gefühle aus, weil ich eine schlechte Nachricht befürchte, damit ich mich mit dem Gefühl nicht auseinandersetzen muss, greife ich zur „Droge“, zum Suchtmittel. Es gab einen Streit mit dem Partner, ein unangenehmes Gefühl, Stress auf der Arbeit, eigene Leistungsansprüche. Die Gründe, weshalb jemand zum Suchtmittel greift, sind unzählig!

Der Lösungsansatz?

Natürlich kann man „im außen“ nach Lösungen suchen. Eine Verhaltenstherapie machen, Diäten, Operationen, Psychotherapie, Traumatherapie und einiges mehr.

Meine persönliche Erfahrung?

Meiner Ansicht nach kann die Lösung für eine Essstörung nur in jedem Menschen selbst gefunden werden. Ich kann meine Werte überprüfe, ob das wirklich meine eigenen Maßstäbe sind oder ob ich mir Werte „der Gesellschaft“ anzueignen versuchen, die ich nie erfüllen kann. Dazu gehören beispielsweise einem vermeintlichen Schönheitsideal zu entsprechen oder ein gewisses Männerbild oder Frauenbild im Kopf zu haben, welches perfektionistisch sein könnte und nie dem Ideal des Menschen selbst entspricht. Das Selbstwertgefühl nicht von der Anerkennung der Menschen um einen herum abhängig zu machen, ebenso wie die Liebe nicht vom anderen zu erwarten oder zu hoffen, dass andere Menschen einen glücklich machen. Bereit sein zur Vergebung und dazu, die Vergangenheit und alle Vergeltungsgefühle loszulassen. Und letztendlich die Gefühle nicht weiter zu verdrängen. Stattdessen sich der Angst vor Gefühlen zuwenden, die Gefühle zuzulassen und fühlen.

Eure Kerstin

SoberGuide für:
Angehörige, Essstörung
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Mein Leben mit einer abhängigkeitserkrankten Person

Unsere SoberGuides Angela und Katrin im Gespräch

Angela: Wie sieht mein Alltag mit einem „hilfebedürftigen“ Menschen aus?
Sogenannte Co-Abhängige haben meist ein Verhalten gelernt, das mit der Aufmerksamkeit bei „Anderen“ liegt und die Fürsorge für sich selbst hinten anstellt.
Wie geht es dir momentan mit deinen eigenen Bedürfnissen und Kräften?
Was stützt dich persönlich in deinem Alltag, was hilft dir dein Leben zu bewältigen?
Wenn dich ein anderer Angehöriger oder Mitbetroffener fragen würde, was tut dir gut tut, was würdest du ihm sagen?
Welche ungelösten Themen und Fragen hast du im Zusammenleben mit einem Suchterkrankten/Abhängigkeitserkrankten?

Katrin: Es kann unglaublich schwer fallen zu erkennen, hauptsächlich andere Menschen im Fokus zu haben. Die Gründe sind vermutlich genau so vielfältig, wie wir Menschen. Es lohnt sich trotzdem genauer hinzuschauen: Sind es Kindheitsprägungen? Glaubenssätze ANDERER Menschen, die ich ohne Überprüfung übernommen habe?
Oft dient es auch dabei „sich selbst zu vermeiden“. Ist es doch so viel angenehmer andere zu beobachten, Ratschläge zu erteilen und zu bewerten.
Wenn uns die Motive BEWUSST sind, ist es auch in Ordnung, dann hatte ich eine Wahl und habe eine Entscheidung getroffen.
Schwierig bleibt es aber, wenn ich nicht weiß, warum ich immer wieder in die gleichen Fallen gerate.

Angela: Ja spätestens als ich wahrgenommen habe, dass ich immer wieder an „die selbe Art Menschen“ gerate und mit ihnen immer wieder ähnliche Themen und Schwierigkeiten hatte, merkte ich langsam, dass es nicht nur an den Anderen liegen kann. Ich fing an nachzudenken und nachzuforschen woran das liegen könnte. Und ich entdeckte, dass ich schon als Kind die Aufgabe übernehmen musste, das Gleichgewicht in der Familie zu wahren, indem ich auf meine psychisch kranke Mutter „Rücksicht“ nahm und dabei meine Bedürfnisse zurückzustellen lernte.

Katrin: Ich würde sogar behaupten Probleme in Beziehungen liegen zum größten Teil bei uns selbst. Wir mögen aber viel lieber dem anderen die „Schuld“ geben.
Ist es denn nicht: MEINE Sicht der Dinge? MEINE Erwartungshaltung? MEIN Mangel, den mein Partner auffüllen soll?
Wenn mir in der Beziehung etwas fehlt, kann ich verlangen, der andere soll es mir geben, soll sich ändern? Oder ist es dann nicht mein Part etwas zu verändern?

Und welche Ansicht hast du dazu?

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SoberRadio –  Episode 27 – 
Emotionen in Bewegung

Episode 27 – Emotionen in Bewegung

Heute begrüßen wir Steffi beim SoberRadio. Steffi ist Schauspielerin und arbeitet seit kurzem für den Landesverband Hamburg der Guttempler. Im Gespräch mit Moderatorin Viktoria erzählt uns Steffi von ihrer Vergangenheit und wie sie durch einen kalten Entzug, im Februar diesen Jahres, abstinent geworden ist. Heute nutzt Steffi Körperübungen, um mit Stress konstruktiv umgehen zu können und hat die Körperarbeit auch als Schauspieltechnik für sich entdeckt.

Themen:

  • Feierabendbier als Ritual
  • Partys, Reisen und Berufsfindung
  • Alkoholkonsum in der Coronazeit
  • Von der Therapiehilfe zur Selbsthilfe
  • Hinterfragen des eigenen Konsums
  • Mit Psyche und Körper arbeiten
  • Pem-Center: Körperarbeit als Schauspieltechnik
  • Stressreduktion und Umgang mit Emotionen durch Köperübungen
  • Kennenlernen der eigenen Grenzen
  • Rolle des sozialen Umfeldes
  • Präventionsarbeit an Schulen
  • Rolle der Selbsthilfe
  • Festival: 77 Tausend Leute zu viel

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei Steffi bedanken und gerne auf die Perdekamp`sche Emotions-Methode hinweisen, die im Pem-Center angewendet wird. Weitere Informationen über das Pem-Center findest du über www.pem-center.de oder www.pem-theater.de.

Wenn du Hilfe suchst, kannst du die SoberGuides ja gern mal besuchen. Hier kommst Du zur Webseite der SoberGuides [Hier klicken].

Wenn ihr euch, genau wie wir, über dieses neue Angebot freut und ihr mehr erfahren möchtet, dann schaut doch gern auf unserer Instagram Seite vorbei: [Hier klicken].

Sollte gerade niemand von uns erreichbar sein und ihr benötigt dringend Hilfe, dann erreicht ihr uns rund um die Uhr am [Nottelefon-Sucht] unter der Nummer: 0180 – 365 24 07.

Die Guttempler sind unabhängig, überparteilich und offen für jeden: Für ein friedliches Leben ohne Sucht. Weltweit – seit 170 Jahren! Besuch uns auf der Webseite: Hier klicken.

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SoberRadio

SoberRadio –  Episode 26 – 
Sucht bewältigt und nun?

Heute begrüßen wir Schmörry vom sehnsüchtig Podcast beim SoberRadio. Im Gespräch mit Roman nimmt uns Schmörry mit in ihre Vergangenheit. Sie erzählt uns von den ersten Tagen ohne Konsum ihrer Suchtmittel, wie sie es durch diese schwere Zeit geschafft hat und wie sich ihr Leben Schritt für Schritt positiv entwickelt hat. Uns interessiert aber nicht nur die Vergangenheit und wie es Schmörry heute geht, sondern auch welche Pläne sie für die Zukunft hat.

Themen:

– Gibt es eine Zeit nach der Abhängigkeit?

– Veränderungen in der Anfangszeit

– Eigene Bewältigungsstrategien bei Suchtdruck

– Emotionen annehmen und reflektieren

– Den Alltag neu strukturieren

– Jobsuche, Wohnumfeld, soziale Unterstützung und Werte

– Freizeit: finden was Spaß macht

– Das eigene „Warum“ finden

– Die Rolle der Selbsthilfe

– Ziele für die Zukunft

– Das Universum meint es gut mit dir!

– u.v.m.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei Schmörry bedanken und selbstverständlich gerne auf ihre Instagram-Seite und ihren sehnsuechtig Podcast hinweisen [Hier klicken].

Wenn du Hilfe suchst, kannst du die SoberGuides ja gern mal besuchen. Hier kommst Du zur Webseite der SoberGuides [Hier klicken].

Wenn ihr euch, genau wie wir, über dieses neue Angebot freut und ihr mehr erfahren möchtet, dann schaut doch gern auf unserer Instagram Seite vorbei: [Hier klicken].

 Sollte gerade niemand von uns erreichbar sein und ihr benötigt dringend Hilfe, dann erreicht ihr uns rund um die Uhr am [Nottelefon-Sucht] unter der Nummer: 0180 – 365 24 07.

Die Guttempler sind unabhängig, überparteilich und offen für jeden: Für ein friedliches Leben ohne Sucht. Weltweit – seit 170 Jahren! Besuch uns auf der Webseite: Hier klicken.

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Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Rückfall!

Ich glaube, es gibt mindestens so viele Gründe Alkohol oder andere Suchtmittel zu konsumieren, wie Menschen, die ihrem Suchtmittel verfallen sind. Dennoch schiebt sich einer der vielen Gründe für mich immer wieder in den Vordergrund – Die Unzufriedenheit!

Ich weiß nicht von wem der folgende Spruch kommt, dennoch spiegelt er meine gemachten Erfahrungen wider.

„Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Rückfall!“

Ein Satz, dem eine gewisse Logik innewohnt. Und wenn wir den Grund dafür schon wissen, sollte es doch ein Einfaches sein, ihn abzustellen.

Der Satz lässt sich übrigens auch auf nicht abhängig konsumierende Menschen anwenden, denn auch diese können zurückfallen. Ich glaube jeder Mensch hat Gewohnheiten und Mechanismen, die in der Kindheit durchaus sinnvoll gewesen sind und uns bis in unser erwachsenes Leben begleiten. Leider hindern uns diese Gewohnheiten und Mechanismen daran, auch erwachsen zu handeln. Dabei ist es egal um welches Problem es geht, wir verhalten uns mit diesen, uns liebgewordenen Gewohnheiten, nicht erwachsen und handeln nicht nachhaltig!

Der Umgang mit uns selbst ist eben oftmals nicht einfach. Ich glaube es gibt mindestens 2 Arten von Unzufriedenheiten.

1.

Die erste nenne ich einmal „den schnellen Ärger“. Er tritt plötzlich auf und nach einer relativ kurzen Zeit finden wir eine Lösung für diesen Ärger und können ihn abstellen. Damit will ich nicht sagen, dass er nicht zu einem Rückfall führen kann. Wenn ich mir einen Menschen vorstelle, der erst vor Kurzem den Ausstieg aus dem Konsum geschafft hat, den kann ein Unfallschaden am Auto schon aus der Bahn werfen, während ein in seiner Abstinenz gefestigter Mensch vom Ärger durchgeschüttelt wird, er kurz darüber nachdenkt und die nötigen Schritte einleitet. Nach ein paar Tagen stellt er fest, dass der Ärger verflogen ist und flammt höchstens noch einmal kurz auf, wenn das Gespräch darauf fällt.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal eine Lanze für die Selbsthilfegruppen brechen. Gerade Menschen, die sich noch nicht so lange auf dem Weg in die dauerhafte Abstinenz befinden, können dort aufgefangen und gestärkt werden. Die Selbsthilfegruppe bietet ein Format, bei dem ich meine Gefühle auf den Tisch legen kann. Ärger ist ein mächtiges Gefühl, da es oft mit der Angst den Ärger nicht bewältigen zu können einhergeht. Ich darf dort mal meinen „seelischen Müll“ abladen, ich darf an den gemachten Erfahrungen der anderen Gruppenmitglieder teilhaben und kann mir aus diesen Erfahrungen das für mich Beste herausnehmen. Vielmals haben Männer ihre Probleme damit zuzugeben, dass sie gefühlsmäßig angeschlagen sind. Da wir immer noch überwiegend in einer Gesellschaft leben, in der die Rollen klassisch auf die Geschlechter verteilt sind, das beobachte ich jedenfalls in den Gruppengesprächen, schwebt bei Männern im Hinterkopf, ich darf nicht schwach sein. Schwäche wird vielfach mit „sich nackig machen“ gleichgesetzt. Als „Nackter“ bin ich angreifbar, schwach und verletzlich. Wer verletzt wird, empfindet Schmerz – es ist ein Teufelskreis. Ich spüre instinktiv oder beobachte bei anderen, das Offenheit oftmals Erleichterung und bringt und dies zur Lösungsfindung beiträgt. Dennoch hindert mich meine Angst, die mit dem Ärger einhergeht, am sinnvollen Handeln.

Leider ist ein Umdenken mit sehr viel eigener und auch schmerzhafter Arbeit an meiner Persönlichkeit verbunden. Das Gute ist, diese Persönlichkeitsarbeit kann ich mir durch die regelmäßigen Gruppenbesuche erleichtern.

2.

Die zweite Möglichkeit für Ärger nenne ich mal den „unterschwelligen Ärger“. Der hat die Angewohnheit sich in unser Leben einzuschleichen. Nun kennen wir es aus unzähligen Cowboy- und Indianerfilmen, wer sich anschleicht wird oftmals zu spät erkannt. Dies ist der Ärger, der in seiner Art fast unmerklich, aber sehr hartnäckig ist. Hat er erst einmal zugebissen, lässt er nicht mehr los. Er beißt immer wieder in die gleiche Stelle und fängt an zu nerven, ohne sich als wahre Ursache erkennen zu geben. Er wirkt im Untergrund unseres Bewusstseins. Dies macht es uns so schwer, die wahre Ursache für unsere wachsende Unzufriedenheit zu erkennen. Viele „Macken“ aus meiner Saufzeit habe ich in meine bis heute andauernde Abstinenzphase mitgenommen und auch einige Überlebensstrategien aus der Kindheit mögen mit dabei sein.

Eine davon, welche auch mit zu meiner Abhängigkeit geführt hat, ist nicht NEIN sagen zu können. Sehr oft aus Bequemlichkeit, vielfach aus Angst vor Ablehnung oder aus Angst ausgeschlossen zu werden, habe ich in Situationen ja gesagt, wo ich hätte, nein sagen sollen. Ich habe mich selbst vergewaltigt. Mich überredet bzw. gezwungen etwas zu tun, was ich nicht wollte. Ein solches Verhalten ist auf Dauer krankmachend.

Die Lösung ist so einfach wie schwer zugleich. Achtsam und behutsam mit mir selbst umgehen, mich selbst und meine inneren Widerstände wahr- und ernst zu nehmen. Nur wenn ich innehalte und auf mich achte, kann ich die kleinen körperlichen und psychischen Reaktionen spüren. Nur dann habe ich mir die Chance geschaffen darauf angemessen zu reagieren. Nicht angstgesteuert, sondern aus der Achtsamkeit, Vernunft und Ruhe heraus.

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Nichts ist so schwer wie dies zu verändern. Sich zu erspüren und dann adäquat darauf zu reagieren. Viele Menschen macht es so große Angst, dass sie sich lange gegen wirkende Maßnahmen sträuben. Das wissen wir, die wir aufgehört haben Suchtmittel zu konsumieren nur zu gut. Wir haben lange alle möglichen Ausreden gefunden um das Suchtmittel, in meinem Fall der Alkohol, nicht bei Seite zu stellen müssen.

Als Moderator einer Selbsthilfegruppe stelle ich diese Widerstände immer bei noch Konsumierenden, wie auch bei deren Angehörigen fest. Sie verteidigen sich und ihre Krankheit bis zum Schluss, der Kapitulation.

Ich möchte hier den römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca einmal anders zitieren. Er hatte gesagt:

„Niemand ist so ängstlich, dass er lieber immer hängt als einmal fällt.“

Ich möchte auf uns Abhängige, deren Angehörige und anderen Menschen mit hartnäckigen Gewohnheiten bezogen sagen:

„Die Angst kann so mächtig sein, dass er lieber länger hängt als einmal fällt.“

Seien wir also achtsam mit uns und gehen wir behutsam mit uns um.

Liebe Grüße, euer Gerald

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„Jeden Vorteil erkaufe ich mir mit mindestens einem Nachteil oder in jedem Nachteil steckt immer auch ein Vorteil.“
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SoberRadio –  Episode 25 – 
Lob der Selbsthilfe

Unser heutiger Gast im SoberRadio ist Gerald Erdmann. Gerald ist Soberguide und im Gespräch mit Roman erzählt er von seiner durch Alkohol geprägten Kindheit, seinem Leidensweg in den sozialen Ausstieg und seinem Ausweg aus der Alkoholsucht. Kein einfacher Weg, den er aber mit Unterstützung von Selbsthilfegruppen geschafft hat. Ein persönliches und bewegendes Gespräch, das Mut macht.

Themen:

  • Angewidert und angezogen vom Alkoholkonsum des Vaters: Wie eine Motte ins Licht.
  • Alle wollen Alkohol trinken, aber keiner will den Alkoholiker sehen
  • Tagesration: Eine Flasche Wodka, drei Schachteln Camel ohne Filter und eine Kiste Bier.
  • Wendepunkt 10. Januar 1993: Der letzte Schluck Bier
  • „Saufschulden“ zurückbezahlen und das Leben wieder selbst in die Hand nehmen
  • Von der Alkoholsucht zur Arbeitssucht: an den Bedürfnissen der Familie vorbei
  • „An meine Kinder: Es tut mir aufrichtig leid!“
  • Geralds Buch „Ich bin froh Alkoholiker zu sein!“
  • Rettung Selbsthilfegruppe
  • u.v.m.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für die Offenheit Geralds bedanken und selbstverständlich gerne auf sein Buch hinweisen. Einfach hier klicken

Wenn ihr euch, genau wie wir, über dieses neue Angebot freut und ihr mehr erfahren möchtet, dann schaut doch gern auf unserer Instagram-Seite vorbei: Hier klicken

Wenn du mit den SoberGuides telefonieren möchtest, weil ihr oder jemand in eurem Bekanntenkreis Hilfe braucht, kommst du hier auf die Webseite: Hier klicken.

Sollte gerade niemand von uns erreichbar sein und ihr benötigt dringend Hilfe, dann erreicht ihr uns rund um die Uhr am Nottelefon-Sucht unter der Nummer: 0180 – 365 24 07

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